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  • Anja Willing

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten

Nun, was gibt es Neues zu erzählen? Fangen wir mit den nicht so Guten an:


Arbeit

Anja darf vorerst nicht arbeiten!

Hintergrund (so wie wir es verstanden haben – man muss sich aus diesen ganzen chinesischen Geschichten immer alles selbst zusammenstellen, was plausibel sein könnte):

Um in China arbeiten zu können, benötigt man eine Arbeitsgenehmigung und ein entsprechendes Visa.

Denny hat von seiner Firma einen PU-Letter bekommen. Dies ist wohl eine Art Einladungsschreiben, was durch die Regierung abgesegnet wurde. Damit konnte er bei der chinesischen Botschaft in Hamburg ein Kurzzeit-Business-Visa (M-Visa) beantragen. Als Begleitung bekam Anja ein Kurzzeit-Begleit-Visa (S2-Visa).

Soviel zu der Vorgeschichte.

Die Schule, an der Anja als Vorstandsassistenz arbeiten sollte, wollte eine Arbeitsgenehmigung für Anja beantragen. Das hat leider nicht geklappt. Diese wurde abgelehnt.

Auf Nachfrage Warum? gab es keine Antwort. Außer: Hier gibt es bei sowas keine Antworten. Über Dennys Arbeit haben wir einen Mann von der Partei gebeten beim Ministerium nachzufragen, alles in Absprache mit einer Mitarbeiterin der Schule. Hier gab es dann eine Antwort: Da es im Süden von China doch den ein oder anderen Coronafall gegeben hat, arbeitet das Ministerium im Norden nicht.

Allerdings hatte die Schule die notwendigen Dokumente seit August. Seit Ende Juli hatte Anja den Arbeitsvertrag unterschrieben und auch bei mehreren Nachfragen wurde uns gesagt, dass zum Beispiel ein PU-Letter um mit M-Visa einzureisen in der „kurzen“ Zeit (wir wussten da noch nicht mal, wann wir wirklich einreisen können) nicht realisierbar ist, wir uns aber keine Sorgen machen müssen, es klappt auch mit dem normalen Visa.

Nö, hat es jetzt nicht!

Das ganze andere Drumherum, also das Zwischenmenschliche lassen wir hier mal außen vor. So viel aber können wir noch sagen: bis auf eine Ausnahme, hat auch der Umgang und die Arbeitseinstellung Luft nach oben.

Ein kleiner Auszug gefällig?

Eine zu befüllende Exceltabelle wurde von Anja verschickt. Diese wird ausgedruckt, per Hand befüllt, mit dem Handy abfotografiert und an Anjas Privatnummer geschickt zur Prüfung…… ohne Worte!


Wohnung

Seit dem 15. November sind wir in unserer neuen Wohnung. Wir hatten im letzten Blog schon darüber berichtet. Heute gibt es ein paar neue Details.

Wir haben drei Etagen. Keller mit eigener Garage und Fitnessraum, Wohnzimmer und Küchen-Ebene und ganz oben Schlafzimmer. Insgesamt sollen es 240m² sein. Die Chinesen rechnen hier aber die Garage, Terrasse, unbeheizte Fliesenräume und Treppen als volle Quadratmeter mit ein. Also sind es wohl eher um die 140m².

Als Erstes haben wir fast alle Gitter vor den Fenstern entfernt. Man fühlte sich ein wenig wie im Gefängnis… Dann haben wir den ganzen Sperrmüll, der in allen Ecken versteckt war, in Müll geschmissen. Denny hat Türblenden, welche abgefallen waren, wieder montiert, Kleiderschranktüren repariert, alle Fenster nachgezogen, damit es da nicht durchpfeift, kaputte Birnen ausgetauscht, Küchenschranktüren gerade geschraubt, eine Toilette festgeschraubt, einen Staubsauger geklebt und mit der Vermieterin über eine Spülmaschine verhandelt. Oberflächlich ist hier alles ganz hübsch, aber sobald man genauer hinschaut: die Heizung im Arbeitszimmer funktioniert nicht, in der Küche zieht es durch die Ablüftung rein, das Laminat ist verzogen und hat Spalten, in einem Badezimmer sind die Duschabflüsse auf einem Berg eingelassen (das Wasser steht immer in der Dusche und läuft nicht ab), an allen Fenstern sind Stein-Fensterbänke angebracht – hervorragende Kältebrücken…, sämtliche Handwerker- oder Tischlerarbeiten sind mangelhaft ausgeführt, Wasserschäden werden nur übermalert, Steckdosen und Lichtschalter sind lose, und und und.

Die Hütte wurde uns „deep clean“ übergeben. Nun, Anja ist seit dem 15. November dabei, das deep-clean-Haus zu putzen. Die Fliesen an den Wänden waren so dreckig, dass es schwarze Schlieren hinterlassen hat, wenn man mit dem Lappen lang gewischt hat, Spinnweben in allen Ecken, Schränke nicht ausgewischt, Kalk an den Wasserhähnen, Klebestreifen an den Wänden, Staub in Jahresschichten unter den Betten, Gardinen dunkelgrau (selbst nach dem Waschen sind die nicht wieder weiß geworden), Fensterrahmen mit schwarzen Schlieren (O-Ton Vermieter: das geht nicht ab -> doch! Mit Scheuermilch und Arbeit), Dreckreste in allen erdenklichen Ecken und an Waschbeckenrändern… Dazu ein Staubsauger der keinen Hering vom Teller zieht und ein Wischmob der den Namen nicht verdient…

Wir haben also noch einiges zu tun und zu optimieren. Inklusive neuen Gläsern, Besteck, Tassen und Geschirr. Es war nämlich keines da. Ebenso wenig wie eine Kaffeemaschine oder andere Küchenutensilien. Wir wissen aber inzwischen, dass die meisten Chinesen weder kochen noch Backen. Die bestellen sich ihr Essen. Sogar das Frühstück. Hier ist morgens im Compound richtig viel Verkehr, weil die ganzen Lieferdienste unterwegs sind.


Zum Bild: Der Lieferdienstmann fährt mit dem Roller durch den Fußgänger Eingang

Seit dieser Woche haben wir haben wir aber schon mal Sitzkissen, die alle die gleiche Farbe haben und und nicht von Stuhl rutschen, wenn man drauf sitzt.


(Update: es waren Heizungsleute da, welche die Heizung gereinigt haben. Danach sollte die Heizung in Arbeitszimmer wieder funktionieren. -> Nein, tut sie immer noch nicht)



Container

Unser Container ist auch ein nicht so erfreuliches Thema. Gepackt haben wir ihn am 22. September. Hier wurde uns gesagt, dass es etwa 6-8 Wochen dauert, bis der Container in China ist. In der Quarantäne haben wir nachgefragt, da hieß es noch „Alles in Ordnung“. Als Denny Anfang November nochmal nachgehakt hat, kam Mitte November die Nachricht, der Container ist jetzt aufs Schiff geladen worden und ist Ende Dezember da. Danach müsse er 2 Wochen in den Zoll und ist dann etwa Mitte/ Ende Januar bei uns.

Als Begründung werden einem dann von der deutschen Logistik Märchen erzählt: Dass der Container erst verschickt wird, wenn die Arbeitsgenehmigung da ist und so weiter.

Dass aber der deutsche Kollege der Logistik gepennt hat, Emails an den falschen Empfänger verschickt, der Falsche nicht sagt, dass er der Falsche ist, der dt. Kollege sich das nicht auf Termin legt und uns dann erzählt, er hätte keinen Fehler gemacht, das schlägt dem Fass den Boden aus! Wir sind noch dabei das durch zu eskalieren. Aber große Hoffnung auf Erfolg haben wir nicht.

Sollte der Container wirklich erst im Januar kommen, sind wir dann bereits 14 Wochen in China. Im tiefsten Winter, ohne warme Sachen. Denny hatte bis vor kurzem nicht mal Winterschuhe. Und das bei Tageshöchstwerten von -5° Grad.


Übrigens: ein Kollege von Denny, der 3 Tage vor uns geflogen ist, hat seinen Container schon letztes Wochenende bekommen….


Genug gejammert!

Viele Dinge, die gerade in Deutschland nicht möglich sind, dürfen wie hier erleben. Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Bratwurst und Waffeln. Ein Weihnachtsessen mit 300 Personen ohne Maske (in unserem alten Hotel) Restaurantbesuche, Kinovorstellungen und wir haben sogar eine Möglichkeit zum Tanzen gefunden. Also keine Disco, sondern Tanztraining. :)

Und Eis auf dem See!


Und noch etwas tolles: Online Shopping.

Da uns die Malls hier dermaßen überfordern und auch zu teuer sind, haben wir TaoBao für uns entdeckt. Das ist in etwa das Amazon der westlichen Welt. Alles auf Chinesisch, Übersetzer sei Dank, geht es trotzdem meist ganz gut.

Hier bekommt man alles, zu normalen Preisen. Allerdings ist es immer eine Überraschung, welche Qualität dann wirklich ankommt. Anja hatte sich ein Kleid bestellt. Nach Größentabelle abgemessen, sollte es ganz gut passen. Die Enttäuschung war dann doch groß, als ein durchsichtiger Lappen mit Rüschen ankam. Wenigstens kann man die Dinger wieder zurück schicken.


Expectations vs. Reality

Nach dem zweiten Versuch haben wir jetzt auch Skianzüge gefunden, die uns passen und nicht wie ein Sack aussehen, sogar im Partnerlook und richtig gut. Sowas haben wir in deutschen Läden nicht gefunden. Wer also einen haben möchte, sagt uns Bescheid :)

Werkzeug, Handtuchhalter, Schlittschuhe, Energiesparlampen, Schuhe, Möbel, Milch, Wasser… es gibt alles. Zum Thema Schlittschuhe: auch hier ist es inzwischen das Dritte Paar, welches Denny bestellt hat. Die Ersten waren zu klein, bei den Zweiten waren die Kufen nur ein Stück Blech. Aber die Dritten sind jetzt gut und Denny freut sich schon auf das Wochenende.

Weil es die ganze Zeit schon so super kalt ist, sind alle Seen und Flüsse hier zugefroren. Seit Wochen hat es hier kein Plusgrade mehr. Für die kommenden Wochen stehen im Wetterbericht -21° Grad in der Nacht drin.

Das Eis ist also schon dick genug um drauf zu gehen. Es macht aber trotzdem Geräusche.

Froh, dass wir unsere Kites im Handgepäck hatten, sind wir gestern losgezogen. Ein einfacher Klettergurt ersetzt das im Container liegende Trapez und eine SUP-Pumpe funktioniert auch. Man braucht nur das passende Endstück zum Ventil.


Wir sind ja Frühaufsteher, waren also schon um 10:30 Uhr auf dem See. Bis 14:00 Uhr haben wir ausgehalten, ist ja doch bissl kalt. Wir hatten gerade eingepackt, da kam die Polizei um alle Menschen, die auf dem Eis waren runter zu scheuchen.


Und zum Schluss ein Radischen :)


Es grüßen euch Anja & Denny

Haltet durch und die Füße still, wir wollen euch im April besuchen und mit euch feiern!

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